Personen um Nietzsche

Familie

Bernhard Förster

Elisabeth Alexandra Förster Nietzsche

Johanna Elisab. Wilhelmine Hahn

Erdmuthe Dorothea Krause

Carl Ludwig Nietzsche

Friedrich August Ludwig Nietzsche

David Ernst Oehler

Franziska Ernestine Rosaura Oehler

Freunde

Paul Deussen

Gustav Krug

Heinrich Köselitz gen. Peter Gast

Hermann Mushacke

Franz Overbeck

Wilhelm Pinder

Paul Rée

Erwin Rohde

Heinrich Romundt

Carl von Gersdorff

Lehrer

Jacob Burckhardt

Ernst  Ortlepp

Friedrich Ritschl

Arthur Schopenhauer

Richard Wagner

Frauen

Marie Baumgartner geb. Köchlin

Ida Overbeck (geb. Rothpletz)

Lou Salomé

Mathilde Trampedach

Malwida von Meysenbug

Meta von Salis-Marchlins

Resa von Schirnhofer

Cosima Wagner

Bekannte

Johann Jakob Bachofen

Georg Brandes - eigentlich Morris Cohen

Gottfried Keller

August von Miaskowski

August Strindberg

Hippolyte Taine


Lou Salomé

geb. 12.2.1861 Petersburg
gest.. 5.2.1937 Göttingen

Neben Cosima Wagner die zweite große Liebe Nietzsches; Pseudonym: Henry Lou


Lou Salomé ist einundzwanzig Jahre alt, als sie den siebenunddreißigjährigen Professor Friedrich Nietzsche kennenlernt. Sie ist schön, klug und vor allem unabhängig. Sie erkennt sofort, daß sie mit Nietzsche einem bedeutenden Denker begegnet. Lou ist lernbegierig, nebenbei muß sie immer wieder feststellen, daß sich die Männer, mit denen sie gemeinsam denken will, in sie verlieben. Das ist ihr schon vor Nietzsche passiert, das wird ihr nach Nietzsche zustoßen. Aber Lou will keine Muse sein, sie will sich selbst bilden. Dazu braucht sie kluge Männer.Warum also sich nicht eine nette Zeit mit den beiden klugen und schüchternen Freunden Friedrich Nietzsche und Paul Rée machen?

Im Petersdom in Rom begegnen sich Lou Salomé und Nietzsche im April 1882. Rée, der schon vor Nietzsche mit Lou über den Kreis um Malwida von Meysenbug bekannt wird, hatte dem Freund Nietzsche brieflich Geschmack an der jungen Russin gemacht. Nietzsches erste Worte sind: Von welchen Sternen sind wir uns zugefallen! Nietzsche beschwört das Fatum und macht spontan einen Heiratsantrag. Lou lehnt ab. Sein psychologisches Gespür verläßt Nietzsche, der den ebenfalls in Lou verliebten Freund Paul Rée als postillon d´amour vorschickt. Das nun entstehende Dreieck, soviel am Rande, funktioniert schließlich nicht. Nietzsche wird am Ende, im Spätherbst 1882 nicht nur einen Freund, sondern auch Lou verloren haben.

Dazwischen kommt es aber zu denkwürdigen Momenten. Friedrich Nietzsche erlebt Zeiten der jugendlichen Verliebtheit, Lou bleibt nüchtern. Auf dem Monte Sacro soll ihr der über Maßen schüchterne Friedrich Nietzsche sogar einen Kuss gegeben haben. Was soll man dazu sagen? Lou jedenfalls wußte später von diesem Kuss nichts mehr, ob aus Vergesslichkeit oder Pietät, das kann man nur vermuten. Im Sommer 1882 verbringen Lou und Nietzsche unter der Aufsicht der Anstandsdame Elisabeth (die Schwester rast vor Eifersucht) Wochen voller peripatetischer Spaziergänge in Tautenburg bei Jena. Nietzsche korrigiert Aphorismen Lous, schreibt ihr kleine Texte, die er ihr unter der Tür durchschiebt. Am Vorabend ihrer Abreise erhält sie den untenstehenden Zettel.

Briefzettel an Lou Salome

Lou versucht Nietzsche zu verstehen. Ob bei ihr Liebe im Spiel ist, wer weiß? Nietzsche klärt jedenfalls kurzfristig das Verhältnis zu seiner Familie, `der Naumburger Tugend´, die das freisinnige Tun des Sohnes und Bruders aus Eifersucht gegenüber Lou ablehnt. Die Schwester Elisabeth macht, was sie am Besten kann: sie intrigiert und streut Gerüchte. Doch Nietzsche bekennt sich zu Lou, intrigiert leider aber selbst gegen den Nebenbuhler und Freund Paul Rée. Lou schätzt dieses unsouveräne Verhalten aus Liebe nicht und Nietzsche, der Psychologe, scheitert ein zweites Mal.

Lou wendet sich Paul Rée zu. Im Oktober kommt es zu einem einmonatigen Zusammentreffen der Drei in Leipzig. Man plant das gemeinsame Leben in Paris, Fluchtgedanken und Heiratspläne geraten durcheinander, aber die `menage a trois´, die nie eine gewesen ist, bricht unbemerkt Stück um Stück auseinander. Ein wichtiger Grund ist, daß Nietzsche wieder schlecht über seinen Freund redet, um die geliebte Lou auf seine Seite zu ziehen. Er bewirkt damit nur das Gegenteil. Es kommt zwar nicht zum Ende mit Schrecken, aber für Nietzsche verursacht die Enttäuschung eine langanhaltende Traurigkeit. Lou und Paul Rée werden für kurze Zeit ein Paar, gehen tatsächlich nach Paris, während Nietzsche einsamer nie ist. Knapp sechs Monate dauerte diese Episode. Wie gesagt, Lou und Paul Rée, die sich bald trennen, werden Nietzsche trotz räumlicher Nähen nie wiedersehen. In einem nie abgeschickten Briefentwurf an Paul Rée schreibt Nietzsche 1883: "Dieses dürre schmutzige übelriechende Äffchen,

mit ihren falschen Brüsten -

Ein Verhängniß! Pardon!"