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der Autor als Komponist...
Seltsamer- oder vielleicht gerade nicht - weise, ist man nicht unbedingt geneigt, einen Komponisten in der Weise mit seinem Werk zu indentifizieren, wie man das bei einem Autor zu tun, sich angewöhnt hat.
Er hat halt so komponiert, sagt man dann und findet es gut, oder schlecht.Ein bombastischer Opernchor, ein furioses Finale Grande usw, führt zu weiter nichts, als der Tatsache: ich hjabe Musik gehört. Der Komponist verbleibt im Hintergrund.
Anders nun bei Autoren und bei Nietzsche zumal. Ich möchte eigentlich nur einen winzigen Aspekt anritzen, gerazu nur, der zu sehr vernachlässigt ist, wie ich finde. Nämlich,der Anteil von Musik in Nitzsches Sprache. Man kann schreiben auch als komponieren sehen, jeder der es mal versucht hat, weiß das. Stil, Klang, Rhythmus - all das bekommt ein Eigenleben und eine Dynamik, die fast verselbstständigen können. Dazu der Schaffensrausch, die Begeisterung, die Selbstbegeisterung... Ich denke, und das ist alles was ich hier sagen möchte, daß man nicht jeden und vor allem, nicht jeden, der E.H. Sätze so sehr gewichten darf. Vielleicht kann man ( ER) E.H. schreiben - und trotzdem eine Tasse Kaffee trinken, lächeln und normale sätze sagen, abgelöst vom "Werk".
Vielleicht sollte man, auch bei den "Selbstlegenden" , den autobiographischen Stellen, etwas nachsichtig mit dem Virtuosen sein. Dies alles völlig unabhängig von der Krankengeschichte usw. Ansonsten ist das eine sehr schöne Seite!


aus: Spuren